Heute möchte ich Euch eine in unseren Breitengraden
inzwischen eher selten gewordene Spezies vorstellen, den
Homo fumidus tabacum
Ursprünglich weit verbreitet, müssen sich heute die
Angehörigen dieser Spezies auf einen durch den Homo bonus (lat. Gutmensch)
begrenzten Lebensraum beschränken. Dank seiner bemerkenswerten
Anpassungsfähigkeit hat sich der Homo fumidus tabacum auch hier sein
Refugium erschaffen, lebt jedoch in der ständigen Bedrohung, gänzlich durch den
Homo Bonus verdrängt zu werden.
Obwohl sie über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen,
trifft man in freier Wildbahn meist nur männliche Einzeltiere an. Man erkennt
sie an ihrer Tibia (lat. Pfeife), einem
röhrenartigen, am vorderen Ende trichterförmig gebogenen Gegenstand, welche sie
entweder in der Hand halten oder locker im Mundwinkel tragen und aus welchem
sie den Rauch einer krautartigen Substanz aufnehmen. Diese Substanz scheint das
ruhige und sozial ausgeprägte Wesen dieser Spezies noch zu verstärken.
Nähert man sich dem Homo fumidus tabacum unbeholfen und
abwehrend, so ziehen sich diese scheuen Wesen schnell zurück. Freundlichen,
aufmunternden Gesten begegnen sie jedoch mit offener
Kommunikationsbereitschaft.
Gelingt es, die ruhigen und eigentlich zutraulichen
Geschöpfe eine Zeit lang zu beobachten, so fällt auf, dass sie ihren sozialen
Austausch in meist kleinen Gruppen ausleben. Diese Treffs dienen nicht nur der
Kontaktpflege, nein, hier werden auch die verschiedenen krautartigen
Substanzen, die sich diese Spezies rauchenderweise einverleiben, gemeinsam
genossen und ausgetauscht.
Zudem scheint die Spezies über ein ausgeklügeltes
Kommunikationssystem zu verfügen, mit welchem sich Nachrichten und
Informationen über neue Bezugsquellen der Substanz, nennen wir sie der
Einfachheit halber Tabak. schnell und
effizient verbreiten. Dieses System nutzen auch Neuankömmlinge, um auf sich
aufmerksam zu und sich mit den Gepflogenheiten ihres neuen Lebensraumes
vertraut zu machen.
Darüber hinaus ist es dem Homo fumidus tabacum ein reges
Bedürfnis, seine Artgenossen über Umfang und Qualität der von ihm errungenen
Tabake und Tibiae (Mz.v.Tibia, Anm.d.Autors) zu informieren.
Richtig heimisch fühlt sich der Homo fumidus tabacum jedoch
erst in seiner eigenen Behausung. Hier hortet er allerlei Sorten dieses Tabaks.
Es fällt schnell auf, dass die Anzahl der Tibiae von der Anzahl der
verschiedenen Tabaksorten abhängig zu sein scheint. So gibt es Tibiae, die
ausschließlich für eine spezielle Sorte Tabak verwendet werden.
Nur wenn in Lohmar die jährliche Pfeifen- und Tabaksmesse
stattfindet, geraten die zur Gattung germanicus gehörenden Angehörigen dieser
Spezies in helle Aufregung und werden vom Umtrieb gepackt. Das nämlich darf
sich ein echter Homo germanicus fumidus tabacum nicht entgehen lassen.
Prof.Dr. Wife of Grizzlymausbear
P.S.:
Die Lateiner unter Euch mögen mir verzeihen
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