Mittwoch, 15. Januar 2014

Homo fumidus tabacum


Heute möchte ich Euch eine in unseren Breitengraden inzwischen eher selten gewordene Spezies vorstellen, den 

Homo fumidus tabacum

Ursprünglich weit verbreitet, müssen sich heute die Angehörigen dieser Spezies auf einen durch den Homo bonus (lat. Gutmensch) begrenzten Lebensraum beschränken. Dank seiner bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit hat sich der Homo fumidus tabacum auch hier sein Refugium erschaffen, lebt jedoch in der ständigen Bedrohung, gänzlich durch den Homo Bonus verdrängt zu werden. 

Obwohl sie über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen, trifft man in freier Wildbahn meist nur männliche Einzeltiere an. Man erkennt sie an  ihrer Tibia (lat. Pfeife), einem röhrenartigen, am vorderen Ende trichterförmig gebogenen Gegenstand, welche sie entweder in der Hand halten oder locker im Mundwinkel tragen und aus welchem sie den Rauch einer krautartigen Substanz aufnehmen. Diese Substanz scheint das ruhige und sozial ausgeprägte Wesen dieser Spezies noch zu verstärken. 

Nähert man sich dem Homo fumidus tabacum unbeholfen und abwehrend, so ziehen sich diese scheuen Wesen schnell zurück. Freundlichen, aufmunternden Gesten begegnen sie jedoch mit offener Kommunikationsbereitschaft.

Gelingt es, die ruhigen und eigentlich zutraulichen Geschöpfe eine Zeit lang zu beobachten, so fällt auf, dass sie ihren sozialen Austausch in meist kleinen Gruppen ausleben. Diese Treffs dienen nicht nur der Kontaktpflege, nein, hier werden auch die verschiedenen krautartigen Substanzen, die sich diese Spezies rauchenderweise einverleiben, gemeinsam genossen und ausgetauscht.

Zudem scheint die Spezies über ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem zu verfügen, mit welchem sich Nachrichten und Informationen über neue Bezugsquellen der Substanz, nennen wir sie der Einfachheit halber Tabak. schnell und effizient verbreiten. Dieses System nutzen auch Neuankömmlinge, um auf sich aufmerksam zu und sich mit den Gepflogenheiten ihres neuen Lebensraumes vertraut zu machen. 

Darüber hinaus ist es dem Homo fumidus tabacum ein reges Bedürfnis, seine Artgenossen über Umfang und Qualität der von ihm errungenen Tabake und Tibiae (Mz.v.Tibia, Anm.d.Autors) zu informieren. 

Richtig heimisch fühlt sich der Homo fumidus tabacum jedoch erst in seiner eigenen Behausung. Hier hortet er allerlei Sorten dieses Tabaks. Es fällt schnell auf, dass die Anzahl der Tibiae von der Anzahl der verschiedenen Tabaksorten abhängig zu sein scheint. So gibt es Tibiae, die ausschließlich für eine spezielle Sorte Tabak verwendet werden.

Nur wenn in Lohmar die jährliche Pfeifen- und Tabaksmesse stattfindet, geraten die zur Gattung germanicus gehörenden Angehörigen dieser Spezies in helle Aufregung und werden vom Umtrieb gepackt. Das nämlich darf sich ein echter Homo germanicus fumidus tabacum nicht entgehen lassen. 

Prof.Dr. Wife of Grizzlymausbear
P.S.: Die Lateiner unter Euch mögen mir verzeihen

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