Posts mit dem Label Dies-und-Das werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dies-und-Das werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. Januar 2014

„Was hast’n da?“


So geschehen vor ein paar Tagen:

Auf dem Parkplatz eines Discounters steht ein älterer Herr und zündet sich sein Pfeifchen an.

Ein kleines Mädchen steht dabei, während die Mutter die Einkäufe verstaut, schaut ihm fasziniert zu und fragt dann ganz treuherzig:

„Duhuu, was hastn da?“

Er, ganz gelassen: „Eine Pfeife.“

Das Mädchen: “Unn was machstn damidd?“

„Anzünden“.

Kurze Pause. Die Kleine sieht weiter zu, wie der Mann raucht. Schüttelt den Kopf: “Du, ich glaub jetzt haste se gabuddt gemacht, se feift ja gar nich mehr!“

Dreht sich um und hüpft zu ihrer Mutter, dabei singend: "Der Mann hat die Feif gabudd gemacht, er hadd se gans gabudd gemacht.“

LOL

Geraucht hat er übrigens The Clan. Ja, ich habe ihn gefragt.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Homo fumidus tabacum


Heute möchte ich Euch eine in unseren Breitengraden inzwischen eher selten gewordene Spezies vorstellen, den 

Homo fumidus tabacum

Ursprünglich weit verbreitet, müssen sich heute die Angehörigen dieser Spezies auf einen durch den Homo bonus (lat. Gutmensch) begrenzten Lebensraum beschränken. Dank seiner bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit hat sich der Homo fumidus tabacum auch hier sein Refugium erschaffen, lebt jedoch in der ständigen Bedrohung, gänzlich durch den Homo Bonus verdrängt zu werden. 

Obwohl sie über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen, trifft man in freier Wildbahn meist nur männliche Einzeltiere an. Man erkennt sie an  ihrer Tibia (lat. Pfeife), einem röhrenartigen, am vorderen Ende trichterförmig gebogenen Gegenstand, welche sie entweder in der Hand halten oder locker im Mundwinkel tragen und aus welchem sie den Rauch einer krautartigen Substanz aufnehmen. Diese Substanz scheint das ruhige und sozial ausgeprägte Wesen dieser Spezies noch zu verstärken. 

Nähert man sich dem Homo fumidus tabacum unbeholfen und abwehrend, so ziehen sich diese scheuen Wesen schnell zurück. Freundlichen, aufmunternden Gesten begegnen sie jedoch mit offener Kommunikationsbereitschaft.

Gelingt es, die ruhigen und eigentlich zutraulichen Geschöpfe eine Zeit lang zu beobachten, so fällt auf, dass sie ihren sozialen Austausch in meist kleinen Gruppen ausleben. Diese Treffs dienen nicht nur der Kontaktpflege, nein, hier werden auch die verschiedenen krautartigen Substanzen, die sich diese Spezies rauchenderweise einverleiben, gemeinsam genossen und ausgetauscht.

Zudem scheint die Spezies über ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem zu verfügen, mit welchem sich Nachrichten und Informationen über neue Bezugsquellen der Substanz, nennen wir sie der Einfachheit halber Tabak. schnell und effizient verbreiten. Dieses System nutzen auch Neuankömmlinge, um auf sich aufmerksam zu und sich mit den Gepflogenheiten ihres neuen Lebensraumes vertraut zu machen. 

Darüber hinaus ist es dem Homo fumidus tabacum ein reges Bedürfnis, seine Artgenossen über Umfang und Qualität der von ihm errungenen Tabake und Tibiae (Mz.v.Tibia, Anm.d.Autors) zu informieren. 

Richtig heimisch fühlt sich der Homo fumidus tabacum jedoch erst in seiner eigenen Behausung. Hier hortet er allerlei Sorten dieses Tabaks. Es fällt schnell auf, dass die Anzahl der Tibiae von der Anzahl der verschiedenen Tabaksorten abhängig zu sein scheint. So gibt es Tibiae, die ausschließlich für eine spezielle Sorte Tabak verwendet werden.

Nur wenn in Lohmar die jährliche Pfeifen- und Tabaksmesse stattfindet, geraten die zur Gattung germanicus gehörenden Angehörigen dieser Spezies in helle Aufregung und werden vom Umtrieb gepackt. Das nämlich darf sich ein echter Homo germanicus fumidus tabacum nicht entgehen lassen. 

Prof.Dr. Wife of Grizzlymausbear
P.S.: Die Lateiner unter Euch mögen mir verzeihen

Sonntag, 12. Januar 2014

Stört Dich das nicht?

Irgendwann kommt sie, die unvermeindliche Frage. Von Freunden, Kollegen... egal. Irgend jemand stellt sie garantiert.

"Stört dich das nicht, dass dein Mann jetzt raucht?"

Oder es kommen Argumente gegen das Rauchen in der Wohnung.

"Das zieht doch in die Gardinen!"
"Dann riecht alles danach!"

Und, und, und...

Dazu möchte ich folgendes sagen:

Nein, es stört mich nicht. Im Gegenteil. Habt ihr schon mal einen Pfeiferaucher beobachtet? Was fällt auf? Es ist die Ruhe und Gelassenheit, die derjenige ausstrahlt. Das "Mit-sich-und-der-Welt-im-Reinen-sein". Anders ginge Pfeife rauchen auch gar nicht.

Um sich der Pfeife und dem Tabak zu widmen, verlangt es nach Aufmerksamkeit, Ruhe, Konzentration. Nahezu jeder wird bestätigen, dass eine Pfeife in Hektik und Zerstreutheit meist nichts wird und nicht schmeckt.

Ich kenne von keinen Pfeiferaucher den Satz: "Das war so stressig, da musste ich mir erst mal ne Pfeife anzünden, um runter zu kommen."   

Und die Pfeife nach dem Essen ist der krönende Abschluss, der Nachtisch. Das "Jetzt geht's mir gut!"

Warum sollte mich das stören?

Die Gardinen werden davon etwas grauer? Das werden sie auch von so manch exzessiv betriebenen Kerzengebrauch. Oder im Winter vom Heizen.  Und wenn es wirklich wieder soweit ist, dass die Gardinen gewaschen werden müssen? Dann stupse ich meinen entspannten Schatz an und frage ihn, ob er mir die Gardinen abhängt. Alles eine Frage des Gebens und Nehmens. Und er hängt sie sogar wieder auf.

Das es riecht, wenn eine Pfeife geraucht wurde? Dagegen kann man was tun, wenn es einen wirklich stört: Lüften. 5 Minuten stoßlüften und das war's.

Nein, es stöt mich nicht, das mein Mann Pfeife raucht. Im Gegenteil. Ich genieße seine Ruhe und Entspanntheit.

Und gestört hat der Geruch bisher nur bei einem Tabak. Aber das ist eine andere Geschichte.